Gespräch mit Tina Pröger zum Thema Sport und Corona Epidemie

STEIN – (el) Die 25-jährige Tina Pröger ist hauptberuflich als Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung tätig und daneben Leichtathletik-Spezialistin beim TSV Zirndorf. 2020 wurde sie in den Disziplinen Weit- und Dreisprung schon zum wiederholten Mal Bayerische Meisterin, im Dreisprung Süddeutsche Hallenmeisterin und Achte bei der Deutschen Hallenmeisterschaft.

Blauer Kurier: Wegen des Coronavirus sind  viele  Sportveranstaltungen abgesagt und Sporthallen geschlossen. Wie sieht es in der Leichtathletik aus?
Tina Pröger: Ob die Deutschen Meisterschaften Anfang Juni stattfinden können, ist noch nicht klar. Zum Glück habe ich die Qualifikation dafür schon in der Tasche. Danach folgen die Bayerischen und Süddeutschen Meisterschaften. Eine Änderung der Termine würde sich negativ auf den Trainingsaufbau und die Motivation  auswirken. Für mich und alle deutschen Leichtathleten wäre es daher sehr schade, wenn diese Tage, auf die man schon so  lange intensiv  hinarbeitet, verschoben oder vielleicht ganz entfallen würden.

Blauer Kurier:  Wie sieht derzeit Ihr Training aus?
T.   P. : Aktuell trainiere ich noch, aber ohne meinen Trainer Dimitri  Antonov.  Da alle Sporthallen und Krafträume geschlossen sind, habe ich mit ihm für die nächsten Wochen ein „Aufbautraining“ besprochen, so etwa Sprünge berghoch  und  -herunter bei passendem Wetter in der freien Natur sowie ein Krafttraining in den eigenen 4 Wänden. Zu einem perfekten Training aber fehlt mir vor allem eine Sandgrube für die Weitsprünge.

Blauer Kurier: Müssen Sie finanzielle Einbußen befürchten?
T.   P. :  Bei größeren Meetings gibt es Preisgelder, aber nicht einmal für einen Titel bei der Deutschen Meisterschaft. Mein Einkommen ist durch meinen Vollzeitjob gesichert und ich bin froh, mich nicht 100%ig auf meinen Sport  verlassen zu haben. Für alle Profis bedeutet der Ausfall von Sportveranstaltungen freilich ein großes finanzielles Problem.

Blauer Kurier: Halten Sie die einschneidenden virusbedingten Maßnahmen für gut?
T.   P. :  Selbstverständlich. Man sollte den Kontakt mit anderen und vor allem mit Gruppen meiden. Ich halte auch die seit Freitagnacht angeordneten Ausgangsbeschränkungen für berechtigt. Zuvor war ich wütend, dass es nicht mehr möglich war, auf Sportplätzen ganz allein zu trainieren, aber andererseits immer noch Menschen in Parks und Cafés zusammensitzen durften. Um die Epidemie in Griff zu bekommen, müssen wir alle gleichermaßen an einem Strang ziehen.

Gespräch mit Tina Pröger zum Thema Sport und Corona Epidemie