Bayerische Meisterschaften - München

Zwei Titel zum Jubiläum

Am 01. und 02. Februar waren in der Werner-von-Linde-Halle im Münchner Olympiapark die bayerischen Leichtathleten zu den diesjährigen Hallenmeisterschaften eingeladen. Zum ersten Mal fanden diese Meisterschaften als Veranstaltung für Jugendliche und Aktive statt, was folgerichtig zu einer neuen Rekordbeteiligung von über 800 gemeldeten Athletinnen und Athleten führte. Für den TSV Zirndorf waren sechs Sportler nach München gereist. Bei der weiblichen Jugend U16 gingen Amelie Brandl über 60 Meter und Nele Gösl über 60 Meter und im Weitsprung an den Start. Bei den Frauen waren Miriam Backer (60 Meter Hürden, 400 Meter), Zoé Brock (Kugelstoßen) und Tina Pröger (Dreisprung, Weitsprung) gemeldet und bei den Männern maß sich Marcus Grun über 60 Meter mit Bayerns Schnellsten.

Der Wettkampf begann gleich mit einer herben Enttäuschung für Miriam. Nach einer leichten Zerrung am Freitag war sie zwar zuversichtlich, aber beim Aufwärmen wurde der Schmerz mit jedem schnellen Lauf schlimmer, so dass an einen Start nicht mehr zu denken war. Ein bitteres Ende ihres sportlichen Wochenendes, Kopf hoch und gute Besserung!
So gut die Bedingungen für fast alle Disziplinen in der Münchner Werner-von-Linde- Leichtathletikhalle auch sind, für den Dreisprung ist es nicht ganz optimal. Eine sehr harte Anlaufbahn und das Gefühl, direkt gegen die dahinterliegende Mauer zu springen machen es schwer, hier die beste Leistung abzurufen. Dennoch konnte Tina nach ordentlichem Auftakt in den Wettkampf im dritten Versuch einen absoluten Topsprung abliefern, an die 13 Meter heran. Leider hob sich die rote Fahne, ungültig. Mit gehörig Wut im Bauch steigerte sie sich danach noch auf 12,42 m, nur vier cm unter ihrer Hallenbestleistung, aber der nahezu optimale Sprung war nicht gemessen worden. Da konnte es sie auch nur mit etwas zeitlichen Abstand trösten, dass sie damit erneut Bayerische Meisterin werden konnte.

Nach einer gesundheitlich schwierigen Vorbereitung mit einem Monat ohne Training war Marcus erst seit zwei Wochen wieder aktiv. Dennoch hatte er sich ehrgeizig das Finale zum Ziel gesetzt, in einer Disziplin mit einer so großen Leistungsdichte ein sehr ambitioniertes Vorhaben. Nachdem er seinen Vorlauf nach tollem Start gewinnen konnte (7,11 s) konnte er sich im Zwischenlauf noch etwas steigern, 7,10 s (seine zweitbeste Leistung überhaupt!) und die Qualifikation für das Finale waren die Folge. Dort fehlte dann eine Kleinigkeit, was sich bei dieser so kurzen Sprintstrecke sofort auswirkt, dennoch waren die 7,17 s und Platz 7 aller Ehren wert. Dementsprechend zufrieden war er dann auch mit seinem Wettkampf, in einer Woche geht es dann bei den Süddeutschen noch einmal um Hundertstel.

Bei der W15 waren dann gleich zwei Zirndorfer Athletinnen am Start, besonders bei Amelie als 800-Meter-Läuferin war dies alleine schon ein toller Erfolg. Leider waren beide vor dem Wettkampf nicht vollständig fit, eine Erkältung (Nele) bzw. Leistenprobleme (Amelie) erschwerten das Training. Umso erfreulicher, dass Nele ihre Bestleistung trotz ausbaufähigem Start auf 8,43 s steigern konnte, während Amelie in 8,92 s ins Ziel kam.

Der Sonntag begann dann aus Zirndorfer Sicht mit dem Kugelstoßen der Frauen. Außer Zoé waren noch fünf weitere Athletinnen gemeldet, allesamt mit einer besseren Meldeleistung. Vom ersten Versuch an konzentriert gelang Zoé mit dem zweiten Stoß dann ein Versuch über 12,13 m, der erste Stoß in der Halle über 12 Meter, fast einen halben Meter weiter als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr und nur 5 cm unter ihrer absoluten Bestleistung, eine tolle Leistung. Damit konnte sie dann auch zwei höher gewettete Athletinnen hinter sich lassen und belegte letztlich Rang 4.
Im Weitsprung der W15 war Nele nach einem verpatzten ersten Versuch mit den nächsten beiden Sprüngen nahe dran an ihrer Bestleistung, mit 4,89 m konnte sie ein starkes Ergebnis abliefern. Leider verpasste sie um die Winzigkeit von 6 cm als Neunte den Endkampf der 8 Besten und war dementsprechend enttäuscht, aber aus sportlicher Sicht war es ein einwandfreier Wettkampf.

Bei den Frauen war der Weitsprung für Tina nur sozusagen eine Zugabe, da ihr Hauptaugenmerk momentan auf dem Dreisprung liegt. Ärgerlicherweise wurde auch hier erneut ein vielversprechender Versuch knapp ungültig gegeben. Mit der erzielten Weite von 6,03 m war sie letztlich dennoch zufrieden, standesgemäß belegt sie hiermit den ersten Platz und konnte somit ihre 40. Bayerische Meisterschaft feiern – eine grandiose Bilanz, herzlichen Glückwunsch!