Deutsche Meisterschaften - Berlin

Starke Auftritte auf der ganz großen Bühne

Das Olympiastadion in Berlin steht für zahlreiche große und bedeutsame Ereignisse des deutschen Sports und spielt auch in der deutschen Geschichte eine Rolle, nicht immer uneingeschränkt positiv. Am ersten Wochenende im August 2019 kam ein weiterer sportlicher und rundum positiver Eintrag hinzu, zehn unterschiedliche Sportverbände ermittelten im Rahmen der Berlin Finals 2019 gemeinsam ihre Deutschen Meister, und auf dem Olympiagelände waren neben den Boxern, den Modernen Fünfkämpfern und den Bogenschützen auch die Leichtathleten am Start, ein Hauch von Olympia in der Hauptstadt und die größte nationale Bühne, die es für einen Sportler geben kann.

Auch für die Zirndorfer Leichtathletik war dies ein bedeutsames Wochenende, konnten sich doch gleich zwei Athletinnen des TSV für diese Meisterschaften qualifizieren, ein bemerkenswertes Zeugnis der starken Arbeit, die seit vielen Jahren in unserem Verein geleistet wird. Über die 400 Meter Hürden hatte sich die U20-Jugendliche Miriam Backer durch ihre tollen Auftritte in diesem Jahr für die Meisterschaft der „Großen“ qualifizieren können, nach den Deutschen Jugendmeisterschaften am Wochenende zuvor ein weiteres Highlight und der bestmögliche Abschluss einer großartigen Saison. Im Dreisprung war Tina Pröger an der Reihe, die vor drei Wochen bei den Bayerischen Meisterschaften in Augsburg in ihrer „Nebendisziplin“ die Qualifikationsleistung erbracht hatte.

Nach dem erfolgreichen Wochenende in Ulm war der Wettkampf in Berlin für Miriam nicht mit großen Erwartungen verbunden, da sie von der Meldeleistung her auf Rang 22 geführt wurde, ein Platz im Endlauf war nicht unbedingt zu erwarten. Das Ziel war es daher, die überwältigenden Eindrücke zu genießen und Erfahrungen zu sammeln, passend zum olympischen Ambiente nach dem Motto „Dabeisein ist Alles“. Doch für einen rein „touristischen“ Start ohne sportliche Ambitionen waren ihre Leistungen zu stark in dieser Saison, auch beim größten Wettkampf des Jahres wollte sie sich am Samstagmorgen so teuer wie möglich verkaufen. Nach einer starken erste Rennhälfte, bei der sie erstmals drei Hürden im 15er-Rhythmus überquerte, blieb sie leicht an der achten Hürde hängen und verlor etwas den Rhythmus. Dennoch lief sie stark bis ins Ziel durch, in 61,54 s erreichte sie ihre zweitbeste Zeit überhaupt und belegte letztlich den 15. Rang. Ein ganz toller Auftritt und ein verheißungsvoller Ausblick auf die sportliche Zukunft!

Nach der Mittagspause stand dann der Dreisprung von Tina auf dem Programm, einzeln wurden die Teilnehmerinnen durch das Marathontor ins Stadion geleitet und vom Sprecher vorgestellt, dank letzter Umbauten an den Werbebanden hatten schließlich auch die Betreuer einen guten Blick auf die Anlage. Nach der auch und besonders für Tina überraschenden Qualifikation hatte sie im Training noch am Anlauf gefeilt, der in Augsburg recht kurz war, und von 12 auf 17 Schritte verlängert wurde. Im ersten Versuch noch deutlich vor dem Brett abgesprungen erwischte sie den Absprung beim zweiten Versuch dann wesentlich besser und kam auf starke 12,61 m, auch für sie die zweitbeste Leistung, die sie je erzielt hatte. Nach einem ungültigen dritten Versuch und etwas Bangen war es dann klar: Rang 8 und Teilnahme am Endkampf! Dort traf sie dann das Brett leider nicht mehr optimal, es blieb bei dem starken achten Rang, ganz vorne gewann Kristin Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz), die in dieser Saison bereits den Deutschen Rekord verbessert hatte.

Bis einige Tage vor dem Wettkampf am Sonntag war Tina auch noch für den Weitsprung gemeldet, wo ihr gerade mal 5 cm für die Qualifikationsleistung gefehlt hatten. In einer durchaus diskutablen Entscheidung hatte der Bundestrainer aber Athletinnen aus dem Bundeskader mit niedrigerer Meldeleistung in das Feld genommen und Tina wieder entfernt. Angesichts der letztlich nur 10 Teilnehmerinnen am Weitsprungwettbewerb und der – bis auf die Siegerleistung von Malaika Mihambo – recht überschaubaren Weiten eine Maßnahme des DLV, die man durchaus kritisch sehen muss. Aber das Erlebnis im Dreisprung konnte ihr keiner nehmen, ein denkwürdiger Wettkampf für diese großartige Athletin.

Sowohl Miriam als auch Tina haben sich auf der ganz großen Bühne äußerst respektabel präsentiert, beide konnten absolute persönliche Spitzenleistungen erzielen, beide haben bewiesen, dass sie genau auf diese große Bühne gehören und sich einen Platz unter Deutschlands besten Leichtathleten erarbeitet haben. Der TSV Zirndorf ist stolz auf euch beide, ich möchte mich bei euch ganz herzlich bedanken und freue mich auf weitere sportliche Spitzenleistungen. Eure Erfolge sind für euch und für die anderen Sportler des TSV Motivation und Ansporn für die Zukunft!