Deutsche Jugendmeisterschaften U18/U20 - Ulm

Zum Höhepunkt der Saison in der deutschen Jugendleichtathletik trafen sich vom 26. bis zum 28. Juli Deutschlands beste Leichtathleten der U18 und U20 in Ulm zu den Deutschen Jugendmeisterschaften. Zwei Wochen nach den erfolgreichen Bayerischen Meisterschaften ging Miriam Backer bei der weiblichen U20 über 100 Meter Hürden und 400 Meter Hürden an den Start. Nach der Hitzewelle zuvor hatte es mehrfach heftig gewittert und abgekühlt, und auch an ihren beiden Wettkampftagen sollte das Wetter eine Rolle spielen.

Der Samstag begann früh mit dem Vorlauf über 100 Meter Hürden, aber Miriam war auf den Punkt fit und hellwach. Nach einem tollen Start kam sie immer besser ins laufen und kam als Vorlaufzweite mit 14,47 s ins Ziel – neue Bestleistung, mehr als zwei Zehntelsekunden schneller als beim bisher schnellsten Lauf und sicher für das Halbfinale qualifiziert.
Dieses stand dann wenig später auf dem Programm. Miriam kam nicht ganz so explosiv an die erste Hürde wie im Vorlauf, und dies ist im Hürdensprint ein kaum wettzumachender Nachteil. In 14,82 s war sie dann um gerade einmal 0,07 s am Finale vorbeigelaufen und wurde letztlich in einem starken Teilnehmerfeld Zehnte – eine Platzierung, die vorher keinesfalls zu erwarten gewesen wäre! Deutsche Meisterin wurde schließlich Anna Jablonski vom TSV Glücksburg 09.
Kurz nach dem Lauf fing dann teilweise heftiger Regen an, eine Gewitterzelle hatte sich direkt über dem Ulmer Stadtzentrum gebildet und die Wettbewerbe wurden für zwei Stunden unterbrochen. Durch diese Verzögerung hatte Miriam dann 7 Stunden Pause zwischen dem Hürdensprint und ihrer nächsten Disziplin, eine große Herausforderung, galt es doch das richtige Maß aus Entspannung und erneuter Konzentration zu finden.

War über die kurzen Hürden noch keinerlei Druck vorhanden sah dies bei den 400 Meter Hürden schon ein wenig anders aus. Die tollen Läufe in dieser Saison hatten Miriam zur zweitbesten Meldezeit und in eine gewisse Favoritenrolle für die Medaillen gebracht. So eng wie die Zeitabstände der Teilnehmerinnen untereinander vorher waren und so schwierig planbar wie die Langhürden sind war die interne Zielsetzung das Erreichen des Endlaufs am Sonntag. Um 19.20 – der erste Start war um 10.25 – stand dann endlich ihr Vorlauf auf dem Programm, bei inzwischen idealen äußeren Bedingungen. Mit einem lockeren Lauf und einem von ihr selbst währenddessen angepassten Schrittrhythmus kam sie auf die Zielgerade und konnte nach der letzten Hürde noch einmal Tempo machen. Sie gewann den Vorlauf in der grandiosen neuen Bestleistung von 61,05 s und zog damit in das Finale ein, eine ganz tolle Leistung der Zirndorfer Athletin!

Am Sonntag war dann mittags das Finale angesetzt. Nach neuen heftigen Regenfällen am Morgen hatte sich das Programm erneut verzögert, der darauffolgende Sonnenschein sorgte für sehr warme und schwierige Bedingungen. Miriam zeigte erneut einen exzellenten Lauf mit tollen Hürdenüberquerungen und kam in 61,61 s ins Ziel – als Dritte! Nur zwei Athletinnen waren schneller als sie, wobei Maren Smoljuk (SC Magdeburg) nach einem starken letzten Abschnitt auf der Ziellinie noch an Viviane Heilmann (TV DJK Hammelburg) vorbeizog und hauchdünn gewann.
Dieses Wochenende war der Lohn für die harte Arbeit und den Trainingsfleiß, der Miriam seit Jahren auszeichnet. Persönliche Bestleistungen in beiden Disziplinen bei den Deutschen Meisterschaften, wo das gesamte Ambiente gravierend anders ist als bei „normalen“ Wettkämpfen, das zeugt von einer exzellenten Form und großem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Von meiner Seite aus möchte ich ein riesiges Kompliment an Miriam aussprechen, herzlichen Dank für deinen sportlichen Auftritt!

"Für die Stadt und den Verein bedeutet die Medaille sehr viel, es ist ein weiteres Statement für unsere Nachwuchsarbeit, denn das Eigengewächs ist seit ihrem 6. Lebensjahr beim TSV Zirndorf. Blickte man im Vorfeld auf die Startliste war eine Medaille erwartbar, dennoch haben Hürden immer ihre eigenen Gesetze und der Lauf muss erst einmal ins Ziel gebracht werden.", fügte Marcus Grun gegenüber den Fürther Nachrichten hinzu.